Ein ernst gemeintes: Danke Steve, zumindest für fast alles
Posted: Oktober 6th, 2011 | Author: Tobias | Filed under: Auf dem Rummel | Kommentare deaktiviert


Wenn ich schon nichts zur guttenberg‘schen Lage, geschweige denn über weltbewegendes anderes blogge, dann zumindest über irgendwas virales:
Mit der Abholkarte in der Hand, wurde mir ein Paket mit dem Inhalt ausgehändigt, welcher oben im Stillleben festgehalten ist — ohne Absender versteht sich, sonst wäre es ja nicht viral-(Marketing), oder so. Genauer betrachtet, befindet sich eine Stimmgabel neben einer körnigen Substanz in der Flasche. Auf der Karte ist außer „Wer im Glaskarton sitzt sollte nicht mit Stimmgabeln werfen“ nichts weiter vermerkt. Die CD entpuppt sich als ein Audio-Mixtape mit 11 Titeln.
Weitere Empfänger erhielten ebenfalls diese Sendung.
Ich tippe auf Klärung dieser Umstände innerhalb der nächsten zehn Tage.
Nachtrag: Beim Zerkleinern des Kartons fiel mir eben der bis dato vermisste Kartenausschnitt in die Hände. In meinem Fall zeigt sie die Umgebung des Europacenters in Berlin.
Tags: marketing, post, viralFolgendes Video, welches auf twitter gerade die Runde macht, habe ich mir mittlerweile bestimmt zehnmal angesehen:
Ich versuche es einmal aus einem neutralen Standpunkt zu schildern und wirklich nur das zu verarbeiten, was in diesem Video zu sehen ist.
Fehlverhalten kann ich dort bei nur zwei Polizisten unmittelbar erkennen: und zwar bei dem Herren mit der fleischfarbenen Badekappe gleich zu beginn. Einsatz eines Schlagstocks ist zwar zum Selbstschutz legitim, allerdings hatte er noch ausreichend Kollegen, die sich um ihn herum bewegten und die kamen auch ohne ihren Prügel aus. Aber wie man in dieser Situation zugeben muss, wurde die Gruppe der Polizisten zu diesem Zeitpunkt von einigen Demonstranten bedrängt.
Der zweite Stein des Anstoß ist ab Sekunde 00:50 zu sehen: Eine Gruppe sich zurückziehender Polizisten wird ebenfalls von nachrückenden Demonstranten bedrängt. Während einige seiner Kollegen Pfefferspray nur mäßig gezielt als Warnung in Richtung skandierender Menge spritzen, richtete er eine volle Konzentration Pfefferspray auf einen eher Unbeteiligten, der völlig allein und ohne erkennbare Waffen von der Gruppe der Beamten stand.
Okay, Fragwürdig erscheint der Einsatz des Wasserwerfers. Zumindest in dem Abschnitt, der im Video zu sehen ist. Von einer Gefahrenlage der Beamten ist dort eigentlich nichts zu erkennen.
Kein Fehlverhalten kann ich bei der im Video gezeigten Räumung des Materialwagens erkennen.
Offen bleibt, was die Ursache für den am Boden liegenden Demonstranten ist; zu sehen ab ca. Minute 3:00. im Video hörbare Kommentare umherstehender Demonstranten machen die Polizei dafür Verantwortlich, was wohl auch naheliegt. Allerdings ist das vorhergehende Geschehen im Video nicht zu sehen.
Tags: polizeigewalt, stuttgart21Eigentlich ein altes Phänomen, jedenfalls nichts wirklich neues. Selbst in den Postillen eine Stilblüte, um leere Seiten und Spalten zu füllen — seit Dekaden. Seitdem auch Otto Normalbürger, sowie Hinz und Kunz und nicht zuletzt auch Lieschen Müller relativ problemlos in der Öffentlichkeit publizieren dürfen und können (Danke, Internet!), legte diese Unsitte auch bei Nicht-Berufs-Schreibern in der Vergangenheit unlängst an Popularität zu.
Warum? Nun, weil es vermutlich so schön einfach ist, einfach einmal gepflegt nachzutreten. Auf den Zug aufzuspringen erfordert erheblich weniger Gehirnschmalz als den Selbigen zu führen. Dabei sinkt das Niveau auch gerne einmal ins Bodenlose. Und wie sehr sich einige „Nutzer“ dabei selbst in die Nesseln setzen, merken sie bisweilen selten bis gar nicht. Facebook und Twitter sind als Ablassventil ungemein populär, da sich auch in 140 bis 300 Zeichen der eigene geistige Dünnpfiff zu einem ohnehin bereits ausgefransten, breitgetretenen Thema kundtuen lässt. Zudem lässt der begrenzte Platz im Gegensatz zum Artikel bisweilen keinen Raum für Begründungen; wie ungemein praktisch. Aber auch wer mehr Platz zur Verfügung hat, feilt häufig nicht lang am überflüssigen Trallala — schließlich leben wir in einer Demokratie und da gehört Meinungsfreiheit zu den Grundrechten. Von Begründen steht da nichts.
Berufs– und Hobby-Zynikertum, also das professionelle bzw. in der Freizeit betriebene „alles durch den Dreck ziehen“ was einem gerade vor die Flinte kommt oder ohnehin im Moment angesagt ist, scheint ungeahntes Potenzial geweckt zu haben. Es gibt Schreiberlinge, die bei einer guten Vermarktung ihrer geistigen Ergüsse vermutlich davon Leben könnten. Und so frönen sie ihrem Hobby, teils schon seit Jahren und unter schwankendem Niveau. Häufig unter Auslassung jedes Sachgrunds und Anstands, aber da war ja noch diese Sache mit der Meinungsfreiheit und Demokratie. Bei jenen, die wirklich davon Leben, sieht es eigentlich auch nicht besser aus. In der Regel haben die sogar noch die besseren Druckmittel und nennen sich die vierte Gewalt.
Diejenigen, die den über sie hereinbrechenden Scheißesturm mehr oder manchmal auch weniger verdient haben, kämpfen nach erfolgter Annotation der Zyniker durch den mobile vulgus in aller Regel mit ihren Rechtsbeiständen gegen Windmühlen: also erfolglos und letztendlich ergeben sie sich ihrem Schicksal.
Max Goldt schrieb vom Jungmänner-Zynismus, einer Eigenschaft, die man laut Goldt bis spätestens zum 30. Lebensjahr abgelegt haben sollte, um nicht dauerhaft davon, bis in seinen Tod hinein getrieben zu werden. Leider haben viele diese magische Grenze noch nicht erreicht oder bereits überschritten und hadern chronisch mit ihrem Leiden.
Update: tristessedeluxe äußert sich zum aktuellen Geschehen zwischen faz.net und Ctrl-Verlust. Inhaltlich passt es gerade so schön zu diesem Thema.
Tags: shitstorm, zynikerVor gut einer Woche erhielt ohne eigenes Zutun (selten genug) eine Einladung zu Flattr. Das Prinzip war mir am Anfang schleierhaft und ich maß dem Ganzen Tohuwabohu keine Bedeutung bei. Proportional zu dem Anstieg der Flattr Buttons in der Blogosphäre wuchs auch mein Verständnis für den Hintergrund des Ganzen.
Micropayment, so so; oder eigentlich besser: Micro Donation. Man bemüht sein Konto um vielleicht 2 bis 10 Dollar im Monat und kann dafür bei anderen Mitgliedern eine Spende für einen Artikel absetzen. Der monatliche Maximalbetrag wird dabei auf die Klicks verteilt.
Prinzipiell eine feine Sache und nicht so mit einem Zwang wie zum Beispiel bei Affiliates verbunden.
Sei es drum: Ich verteile drei Einladungen zu Flattr. Kommentar genügt (im Zweifelsfall wird ausgelost).
Tags: flattr, microdonationMartin Thielecke auf mthie Spaces zu Frau Aigners kleinem Privatkrieg gegen google Street View:
Liebe Frau Aigner, bitte setzen Sie sich mal vor einen Computer, lassen Ihr gesponsortes M$-Word mal ausgeschaltet (scheint ja das Einzige zu sein, was Sie bedienen können) und surfen Sie mal durch’s Internet. Planen sie doch mal testweise eine Reise nach London (sollte bei Ihren Diäten ja drin sein) mit Hotel und schauen Sie doch mal mit Street View nach, wo Sie in der Umgebung einen netten Pub finden. Sie werden begeistert sein, wie toll das ist. Ich habe es probiert und nicht bereut, es getan zu haben. Und wenn Sie sich dann im Hotel noch bei Foursquare einchecken wollen und im Gebäude keinen Empfang haben, werden Sie froh sein, dass Ihr Mobiltelefon über die WLANs in der Umgebung Ihre Position trotzdem genau bestimmen kann.
Leider bin ich mir über Ihre Position noch nicht ganz im Klaren: Sie betiteln sich als Verbraucherschützerin, aber eigentlich glaube ich, dass sie nur Ihr Ego beschützen wollen, in Ihrer Laufbahn wenigstens IRGENDWAS bewegt haben zu können, ähnlich wie die komische Frau, die in Deutschland eine Zensurinfrastruktur einführen wollte.
Nachdem ich mich wieder erholt hatte, fasste ich folgenden Gedankengang:
Was bewegt einen Politiker; Verzeihung — eine Politikerin, sich mit solchen Alt-Gassenhauern zu beschäftigen, anstatt vielleicht sich auch einmal darüber Gedanken zu machen und in die Zukunft zu schauen? Das Lobbyistenpack? Wahlkampfinteressen? Der Politik in Deutschland und mit Sicherheit auch noch anderswo, mangelt es an einer nicht zu unterschätzenden Fertigkeit: Vorausschauendes Handeln.
Klingt total banal, ist es aber nicht, wie uns das Banken– und Versicherungs-Wesen auch schon hinreichend bewiesen haben. Das hier und jetzt ist wie die Zeitung von heute das Altpapier von morgen. Google schraubt schon eine ganze Weile an Street View und seit Jahren ist klar, dass es nicht nur auf die USA beschränkt bleiben wird. Aber genau jetzt herrscht Alarmstufe rot; weil man damit ja in die Zeitung und ins Fernsehen kommt.
Tags: aigner, datenschutz, politik, streetview
Frisch kommentiertes